Alsterschwäne in Not

Die Hansestadt und die Schutzverordnung zum Wohl der Alsterschwäne

Seit dem Mittelalter hält die Hansestadt Hamburg Schwäne auf der Alster. In einer Zeit, in der zahme Schwäne ausschließlich in den Parks des hohen Adels gehalten wurden, waren die Alsterschwäne ein Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit der bürgerlichen Hansestadt. Eine Mühlenabrechnung aus dem Jahre 1591 belegt, dass die stolzen Vögel bereits in dieser Zeit eine besondere Fürsorge durch die Stadt Hamburg genossen.

So verwundert es nicht, dass die Hamburger ein besonderes Gesetz zum Schutz der Schwäne auf der Alster erließen. Es war nach diesem Gesetz unter Strafandrohung verboten, die Schwäne auf den hamburger Alsterseen zu beleidigen, zu verletzen oder gar zu töten. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es in der Hansestadt sogar ein eigenes Amt zur Pflege der Alsterschwäne. Der „Schwanenvater“ , wie der  Amtsinhaber im Volksmund genannt wird versorgt kranke und rettet in Not geratene Wasservögel. Ein besonderen Event gilt in Hamburg auch heute noch die Übersiedlung der Alsterschwäne in ihr Winterquartier. Jedes Jahr im November werden die Vögel mit Booten auf den eigens zu diesem Zweck eisfrei gehaltenen Mühlenteich in Eppendorf umgesiedelt. Dort können Sie den Winter umsorgt vom Schwanenvater und seinen Mitarbeitern verbringen, bevor sie im Frühjahr wieder auf die Alster zurück gebracht werden.

Aufmerksamen Besuchern der Hansestadt  werden die Alsterschwäne nicht nur auf den hamburger Gewässern begegnen, sondern können die großen Wasservögel auch auf manch einem Gebäude verewigt finden. Sogar bei dem jährlich im Februar stattfindenden Festbankett des Matthiae-Mahls ziert ein vergoldeter Schwan als Schaugericht die Tafel. Selbstverständlich würde man auch heute nicht auf die Idee kommen, einen echten Schwan zum Essen zu servieren. stattdessen warten wir jedes Jahr aufs Neue auf die Rückkehr der Alsterschwäne, denn ohne sie ist der Frühling nicht wirklich zurückgekehrt.

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